Freundschaft: Das unterschätzte Lebenselixier

Sonja & Marion im Oktober 2025
Meine Freundin Sonja (rechts) und mich verbinden bedingungsloses Vertrauen, mutige Dialoge, tiefgründige Gespräche, ehrliche Meinung, kreativer Austausch und jede Menge Spaß dabei.

Freundschaften sind kostbar. Sie machen uns glücklich und lassen uns sogar länger leben. Freundschaften beeinflussen unsere Identität. Und ob wir wollen oder nicht, Freundschaften verändern sich im Laufe des Lebens. Sie können sich in ihrer Form, Tiefe und Bedeutung wandeln. Übrigens: Freundschaften hören nicht auf, nur weil sie enden. Manche Freundschaften begleiten uns ein Leben lang, andere nur ein kleines Stück des Weges. Doch alle hinterlassen Spuren. Biografisches Schreiben zeigt uns, welche Verbindungen uns getragen haben, welche uns herausforderten und welche uns verändert haben. Wir tragen Freundschaften in unserem Denken, Fühlen und Handeln immer weiter, auch, wenn uns das nicht immer bewusst ist. Durch das Schreiben können wir Muster erkennen und herausfinden, was wir in uns selbst vermissen oder wiederfinden wollen. 

Inhaltsverzeichnis

Länger leben dank guter Freundschaft

Freundschaften sind nicht nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen im Alltag, sondern sie sind lebenswichtig und wirken sogar lebensverlängernd. Denn Menschen, die gute Freundschaften pflegen, haben ein um bis zu 20 Prozent geringeres Risiko, einen vorzeitigen Tod zu erleiden. Du denkst jetzt: Na ja, das ist aber schon ein bisschen übertrieben? Nein! Genau das und noch vieles mehr ist durch zahlreiche Studien nachgewiesen worden. Erstaunlich, oder?

 

Wer mich schon ein bisschen länger kennt, der weiß, dass ich wissenschaftliche Nachweise sehr schätze – da schlägt nicht nur mein Journalistenherz einen Purzelbaum vor Freude. Wusstest du, dass die „Harvard Study of Adult Development” eine der am längsten laufenden Forschungsstudien der Welt ist? Sie startete im Jahr 1938, dauert bis heute an und ermittelt (verkürzt gesagt) anhand von zahlreichen Daten der teilnehmenden Personen die Faktoren, die zu einem gesunden und glücklichen Leben beitragen. Die größte Erkenntnis: Gute Freundschaften und Verbundenheit sind am förderlichsten für ein langes, gesundes Leben. Einsamkeit hingegen verkürzt die Lebenserwartung. Freundschaft ist das unterschätzte Lebenselixier unserer heutigen Zeit.

 

Warum das so ist, lässt sich auf mehreren Ebenen beobachten. Gute Freundschaften wirken wie ein unsichtbares Schutznetz, das uns auffängt, wenn das Leben unruhig wird. Menschen, die wissen, dass da jemand ist, der zuhört, versteht und mitfühlt, reagiert auf Stress messbar gelassener. Der Blutdruck steigt weniger stark an, das Herz schlägt ruhiger, das Immunsystem arbeitet stabiler. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen wird gemindert. Freundschaft macht uns nachweislich resilienter und zwar körperlich wie seelisch.
Und sie kann das Leben verlängern. Nicht nur um symbolische Jahre, sondern tatsächlich messbar. Freundschaft ist wie ein Glas frisches Wasser für die Seele. Wer regelmäßig davon trinkt, bleibt länger lebendig.

 

Apropos Wasser: Sicherlich kennst du das Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser!“ Seit jeher wurden Freundschaften durch Rituale besiegelt. Schon in der Antike gab es die Blutsbrüderschaft. Das Blut galt als „Lebenspfand“ und stand für die gegenseitige Verpflichtung füreinander einzustehen und das Wasser bezog sich auf das „Geburtswasser“.
Noch früher, im Alten Testament, ist überliefert, dass Verträge mit dem Blut geschlachteter Tiere unterzeichnet wurden und somit eine stärkere Verbindlichkeit hatten, als die der eigenen Familie gegenüber, denn mit dem Wasser war das Fruchtwasser der Mutter gemeint.
Das Sprichwort hat sich zwar bis heute nicht verändert, aber die Bedeutung hat sich im Laufe der Jahrhunderte genau umgekehrt.

 

Kleiner Schreibimpuls für dich: Fühlt sich das Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser!“ stimmig an? Zählt für dich die Familie mehr als Freunde? Wenn ja, woher kommt diese Verbundenheit? Wenn nicht, warum nicht? Schreib doch einfach mal fünf Minuten auf, was dir dazu einfällt.

Wer sind Lebenszeugen deiner Geschichte?

Im Durchschnitt pflegen wir bis zum 25. Lebensjahr den größten Freundeskreis unseres Lebens. Dann nimmt die Zahl der Freunde kontinuierlich ab. Statistisch gesehen, verlieren mit jedem neuen Lebensjahrzehnt etwa einen Freund, ohne dass diese Lücke von neuen Freunden gefüllt wird. Das ist eines der Ergebnisse einer großen Metaanalyse (also der Zusammenfassung verschiedener Studien für umfassendere Schlussfolgerungen) mit 150 000 Teilnehmern aus 28 Ländern. Warum ist das so? Weil Freundschaften hauptsächlich durch physische Nähe und jeder Menge gemeinsam verbrachter Zeit entstehen. Eine Studie der University of Kansas liefert die Zahlen dazu: Es braucht bis zu 60 Stunden, um sich mit jemandem locker anzufreunden, mehr als 100 Stunden, um sich als befreundet zu bezeichnen und erst, wenn mehr als 200 Stunden gemeinsame Zeit verbracht wurden, fühlt man sich richtig gut befreundet.

 

Im Laufe unseres Lebens nehmen wir uns jedoch immer weniger Zeit für die Pflege von geschlossenen Freundschaften. Meist kommt irgendwie das Leben dazwischen. Unsere Biografien verlaufen heute anders als die der Generationen vor uns. Während frühere Lebenswege oft einem erkennbaren Rhythmus folgten – Ausbildung, Beruf, Familie, Rente – sind die heutigen Lebensläufe vielfältiger, offener und manchmal auch brüchiger. Wir wechseln Berufe, Orte, Beziehungen.
Diese Freiheit hat viele Gesichter: Sie erlaubt uns, uns immer wieder zu erfinden, aber sie kann auch dazu führen, dass wir Bindungen leichter verlieren. Mit dem Älterwerden wächst die Sehnsucht nach Verlässlichkeit. Wir wollen Menschen um uns haben, die uns kennen, ohne dass wir viel erklären müssen. Doch gleichzeitig haben wir weniger gemeinsame Alltagsorte: kein Büro, keine Schulbank, keine Elternrunde mehr. Freundschaft braucht nun bewusste Aufmerksamkeit, Initiative und Mut zur Kontaktaufnahme. Vertraute Routinen verändern sich unser Leben lang. Natürlich ergeht es auch mir so. Manchmal kehren Freundschaften wieder zurück ins Leben. Dieses Erlebnis war unter anderem der Auslöser für diesen Blogartikel – was ich genau meine, kannst du hier (Alte Freundschaft – neuer Anstrich) nachlesen.

 

Es gibt auch tröstliche Aspekte in der Dramatik des anscheinend unausweichlichen Freundschaftsverlustes über die Lebensjahre: Die Anzahl der Freundschaften nimmt ab, die Qualität jedoch meistens zu. Die Pflege von Freundschaften liegt zu einem großen Teil in unserer eigenen Hand. Wir können sie nähren, erneuern, vertiefen.

Starte doch heute gleich mit einem kleinen Schritt: Schreib eine Nachricht, einen Brief oder telefoniere mit einem wundervollen Lebenszeugen deiner Geschichte.

 

Wir alle kennen die Begriffe Augenzeugen, Zeitzeugen, Trauzeugen, aber Lebenszeugen? Ich finde diesen Ausdruck großartig. Geprägt wurde er von Janusch Schobin. Er zählt zu den führenden „Freundschaftsforschern“ des Landes und ist Soziologe an der Universität Kassel. Seine Forschungsschwerpunkte sind Freundschaft, Soziale Isolation, Familiensoziologie und Einsamkeit. An dieser Stelle habe ich eine Leseempfehlung von Herzen für dich: In diesem Jahr ist Schobins neues Buch „Zeiten der Einsamkeit“ erschienen. Es umfasst eine gelungene Mischung aus Forschung, Erzählung und Historie und ist in sympathischer, leichter Schreibstimme geschrieben. 

 

Lebenszeugen sind aus Schobins Sicht Menschen, mit denen man Geheimnisse oder Informationen ausgetauscht hat, die man niemandem sonst anvertrauen möchte. Solche gegenseitigen verbalen Vertrauensbeweise, hält er für Garanten für das Funktionieren von Freundschaft. „Freundschaften sind etwas für mutige Menschen. Man muss sich etwas zutrauen und anderen vertrauen.“ Diese Erkenntnis beruht zum einen auf den Forschungen Schobins und zum anderen auf seinen eigenen Erfahrungen. Denn schon als Kind bedeuteten Freundschaften große Herausforderungen für Schobin, dessen Eltern als Entwicklungshelfer arbeiteten. Zahllose Ortswechsel auf verschiedenen Kontinenten prägten seine Kindheit und Jugend. Bis heute pflegt er zwei Freundschaften aus seiner Schulzeit in Südamerika und bezeichnet sie liebevoll als seine Lebenszeugen.

 

Wer sind die Lebenszeugen deiner Geschichte? Mit wem hast du Geheimnisse geteilt, bist durch schwere Zeiten durchgegangen, hast ähnliche Erfahrungen gemacht, die euch zusammengeschweißt haben?

Das biografische Schreiben können wir in diesem Zusammenhang immer wieder als eine Art „Immuntraining“ nutzen. Wenn wir über Menschen schreiben, die uns wichtig sind oder waren, dann erinnert sich auch unser Körper an die emotionalen Zustände, die mit diesen Beziehungen verbunden sind. Forschungen aus der Schreibtherapie zeigen, dass das bewusste Reflektieren über positive soziale Erfahrungen die Ausschüttung von Serotonin und Endorphinen anregt. Es entsteht also nicht nur ein gedanklicher, sondern auch ein körperlicher Effekt.

 

Auch das ist ein Grund dafür, warum uns die Erinnerungen an alte Freundschaften so tief berühren. Sie erinnern uns daran, wer wir einmal waren und wer wir in Verbindung mit anderen geworden sind. Wenn wir über Freundschaften schreiben, treten wir immer in Beziehung zu unserer eigenen Geschichte.

Wenn Freundschaft zur Erinnerung wird: Abschied und Verlust

Es gibt Freundschaften, die still ausklingen. Ganz ohne Streit, ohne bewussten Abschied. Und es gibt solche, die schmerzhaft enden, weil etwas passiert ist, das man nicht mehr ungeschehen machen kann. Beides gehört zum Leben.

 

Doch mit dem Älterwerden bekommen solche Verluste ein anderes Gewicht. Wir erkennen, dass die gemeinsame Zeit begrenzt war, zweifeln und fragen uns: Hätte ich mich noch einmal melden sollen? War der Bruch wirklich nötig? Warum tut es immer noch weh?

 

Freundschaften sind eben nicht nur Begegnungen zwischen zwei Menschen. Es sind Lebensabschnitte, verdichtet in Erlebnissen, Gesprächen und Gesten. Wenn sie enden, bricht nicht nur ein Kontakt ab, sondern oft auch ein Stück Identität weg, das sich durch diese Verbindung gebildet hatte.

 

Das Schreiben erlaubt uns, das Unausgesprochene in Sprache zu verwandeln. Es eröffnet uns Möglichkeiten, den inneren Dialog fortzusetzen. Manchmal zeigt sich, dass der Schmerz nicht nur mit der anderen Person zu tun hat, sondern auch mit der eigenen Veränderung: Mit Erwartungen, Enttäuschungen oder Grenzen, die wir erst spät erkannt oder gesetzt haben.

 

Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder, dass Menschen beim Schreiben über alte Freundschaften plötzlich Mitgefühl entwickeln. Zum einen für die andere Person, aber auch für sich selbst. Genau das ist der Moment, in dem eine belastende Erinnerung zu Versöhnung avancieren kann. Freundschaft hört nicht auf, wenn sie endet. Sie wandert weiter in unsere Gedanken, in Geschichten, die wir über andere erzählen oder über uns selbst im Kontext mit ihnen.

 

Hast du dich schon einmal gefragt, welche Freundschafts-Geschichte(n) du erzählen willst?

Kreis der Verbundenheit

Freundschaft ist ein Teil unserer biologischen Ausstattung. Wir sind nicht dafür gemacht, allein zu funktionieren. Um glücklich und gesund zu leben, wollen und sollten wir verbunden sein.

 

Das Schreiben hilft uns dabei: Wenn wir über Freundschaften schreiben – über jene, die uns geprägt, gestützt oder vielleicht auch enttäuscht haben –, beginnen wir, die feinen Linien zwischen Nähe und Distanz, Geben und Nehmen zu erkennen. Wir verstehen, warum uns manche Begegnungen lange begleiten und andere verblassen.

Durch das biografische Schreiben holen wir unsere Beziehungen aus der Selbstverständlichkeit zurück ins Bewusstsein. Und Bewusstheit ist der erste Schritt zur Selbstfürsorge und die Basis dafür, Freundschaften zu pflegen.

 

Schreiben heißt, die eigene soziale Lebenslinie neu zu zeichnen. Vielleicht entdecken wir beim Schreiben, dass bestimmte Menschen uns schon über Jahrzehnte stärken, ohne dass wir es wirklich wahrgenommen haben. Oder dass eine alte Freundschaft nach wie vor Bedeutung hat, auch wenn sie längst aus dem Alltag verschwunden ist. Indem wir diese Beziehungen in Worte fassen, beginnen wir, sie wiederzubeleben. Wir schreiben uns ein Stückchen gesund – im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Du möchtest es ausprobieren? Ich habe eine Anregung für dich: Der Kreis der Verbundenheit. Das Bild zeigt dir, wie’s funktioniert. Du kannst für Männer, Frauen und Kinder unterschiedliche Symbole verwenden, wenn du möchtest. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und zeichne los. Schreibe im Anschluss zehn Minuten über das, was du siehst. 

Freundschaft zu dir selbst

Manchmal erkennen wir erst im Rückblick, dass Freundschaften uns nicht nur geprägt, sondern auch jede Menge über uns selbst erzählt haben. Darüber, was wir brauchen, wie wir lieben, was wir geben, wo wir uns verlieren und vieles mehr.

 

Je älter wir werden, desto stärker verschiebt sich jedoch die Perspektive. Wir suchen weniger Bestätigung, dafür mehr Authentizität. Wir merken, dass wir Beziehungen nicht mehr aus Gewohnheit halten wollen, sondern aus Resonanz. Nicht zuletzt deshalb, weil die Lebenszeit mit zunehmendem Alter als wertvoller wahrgenommen wird.

 

Wenn wir schreiben, treten wir in Kontakt mit den vielen Stimmen in uns. Da sind die mutigen, die ängstlichen, die verspielten, die erschöpften und viele Stimmen mehr. Beim Schreiben können wir hören, was sie uns sagen wollen. Wir nehmen uns ernst, ohne uns zu bewerten. Schreibend können wir eine Form der Selbstfreundschaft entwickeln.
Oft lassen sich beim Schreiben über Freundschaften spannende Muster erkennen: Wen habe ich immer „gerettet“? Wo habe ich zu selten Grenzen gesetzt?
Wer durfte mich wirklich sehen und wer nur die starke, funktionierende Version von mir?
Solche Erkenntnisse sind keine Anklage. Sie sind ein liebevolles und gleichzeitig befreiendes Wiederfinden des eigenen Selbst. Reflexion schafft Raum für neue, reifere Formen von Freundschaft, weil wir klarer wissen, wer wir sind, was wir wollen und was uns wirklich guttut.
Freundschaft nach außen braucht Freundschaft nach innen. Wer sich selbst zuhört, kann auch andere wahrhaft hören.

 

Wichtig zu wissen: Nur wir selbst sind die Konstante. Je besser wir uns selbst kennen, desto weniger haben wir das Bedürfnis, uns an einer sogenannten besten Freundin oder bestem Freund festzuhalten. Wir dürfen Freundschaft facettenreich und ohne Erwartung erleben.
Ein lohnenswertes Ziel: Nicht die EINE Person zu suchen, die immer und für immer da sein soll, sondern für sich selbst zur eigenen, besten Freundin zu werden. Aus dieser gewonnenen Freundschaftsfähigkeit heraus, lassen sich bedingungslose Freundschaften ganz wunderbar aufbauen und pflegen. 

SCHREIB-WORKSHOP: Lebenselixier Freundschaft

Online-Schreibabend am 24. November 2025 | 19–21 Uhr

 

Freundschaften sind ein echtes Lebenselixier: Sie halten uns lebendig, erinnern uns an uns selbst und schenken Halt, wenn das Leben mal wankt.

 

In meinem geschützten Schreib-Raum lade ich dich in kleiner Runde ein, über deine Lebenszeugen zu schreiben: Menschen, die dich geprägt, begleitet oder auch herausgefordert haben. Mit sanften Impulsen, kurzen Erinnerungsreisen und kreativen Schreibübungen öffnen wir den Blick für das, was bleibt und für das, was sich verändern darf. An diesem Schreibabend tauchst du tief ein in deine Freundschafts-Geschichten.

 

Zwei Stunden für dich, deine Erinnerungen und die stärkende Kraft des Schreibens, die wie ein Booster für dein soziales Immunsystem wirken kann. Schnell sein lohnt sich, denn die Plätze sind limitiert. Ich freue mich auf dich! 💚

 

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LEBENSELIXIER FREUNDSCHAFT: 

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Meine 34 wichtigsten Wünsche bis Silvester 2025

Es ist Oktober, und der Kalender flüstert „Endspurt“. Ich flüstere zurück: „Warte mal, ich schreibe gerade noch meine neue Geschichte.“ Jetzt duftet es also nach frischem Papier, ein bisschen nach Mut und nach Kaffee.

Mein Blog ist neu und damit startet für mich ein wahres Abenteuer. Ich begleite Menschen schon lange beim Schreiben ihrer Geschichten, gebe Kurse und halte Workshops, habe zahllose Texte veröffentlicht und noch mehr Lebensgeschichten gehört, geschrieben und gelesen. Aber einen Blog? Den hatte ich bisher nicht.

Jedes Abenteuer braucht ein Ziel und weil ich Methoden liebe, die Klarheit schaffen, starte ich mit meiner To-Want-Liste für das vierte Quartal dieses Jahres. To-what? Bestimmt kennst du diese klassische To-Do-Listen, die uns sagen, was wir alles erledigen sollten.

Die To-Want-Liste dagegen fragt: Was will ich wirklich?
Sie ist keine Pflichtaufzählung, sondern eine Einladung. Ein Perspektivwechsel vom Abarbeiten zum Erleben, vom Müssen zum Wollen. Für mich ist eine To-Want-Liste auch eine Liebeserklärung an das Schreiben selbst.

Was zieht mich an? Was inspiriert mich? Was möchte ich bis zum Jahresende noch erleben, kreieren, ausprobieren? Einen interessanten Blogartikel über das „12-Wochen-Jahr“ könnt ihr übrigens hier bei Judith Peters lesen.

Ich will bis Silvester jedenfalls nicht nur Kekse zählen, sondern Menschen auf meiner Newsletter-Liste begrüßen, Blogartikel schreiben und Wissen teilen. Außerdem viele kleine Glücksmomente aneinanderreihen, weil die das Leben erst vollkommen machen.

Gönne dir ein feines Heißgetränk, vielleicht ein Stück Schokolade dazu – Schokoladenmarkt, ich komme! – und begleite mich bei meinem Blog-Abenteuer. Meine To-Want-Liste ist eine Melange aus Business, Buchstaben und dem echten Leben dazwischen.

Meine beherzten Business-Ziele bis Silvester 2025:

  1. Die ersten 100 großartigen Menschen auf meiner nigelnagelneuen Newsletter-Liste begrüßen. (Stand Start: 25 / Stand aktuell: 41) ⏳Stand aktuell: 50
  2. Fünf Ausgaben der „Sonntagspost“ landen bei meinen Abonnenten im E-Mail-Fach.
  3. Ich unternehme zwei literarische Schreibspaziergänge mit jeweils mindestens sechs Teilnehmern.
  4. Ich veröffentliche acht weitere Blogartikel.
  5. Die Inhalte sowie Landingpage für das Schreibretreat an der Nordsee (Mai 2026) fertigstellen – inklusive Text, Fotos und Buchungsfunktion.
  6. Ich überarbeite meinen digitalen Adventskalender und sende ihn erneut in die Welt.⏳ Läuft!
  7. Ich schreibe ein weiteres Kapitel meines historischen Romans. Mindestens 30 Normseiten mit abgeschlossenem Handlungsbogen.
  8. Regelmäßige Social Media-Präsenz mit mindestens zwei Beiträgen und Stories pro Woche.
  9. Ich teile und empfehle einmal wöchentlich wunderbare Angebote/Blogartikel und Beiträge.⏳ Konsequent dran!
  10. Ich kommentiere mindestens zwei Blogartikel von anderen pro Woche.⏳ Konsequent dran!
  11. Ich kreiere meine Jahresplanung für 2026 mit drei Schwerpunkten.

Orte, die ich bis zum 31. Dezember besuchen will:

  1. Die Insel Nordstrand und Husum an der Nordsee.

  2. ✅ Lindau: Sonderausstellung Friedensreich Hundertwasser. (Es war großartig!)

  3. Schokoladenmarkt Tübingen.

  4. Weihnachtsmärkte in Villingen, Schluchsee und einen in einer größeren Stadt.

Meine kleinen Momente mit großer Wirkung, auf die ich mich im 4. Quartal 2025 freue:

  1. Geburtstag meines Mannes und meinen Geburtstag feiern. (Drei Tage schönste Feierei)

  2. Zwei Mal ins Kino gehen.

  3. Drei Spiele-Abende mit Familie und Freunden.

  4. Das Haus weihnachtlich schmücken.

  5. Einen Adventskranz selbst binden.

  6. Mindestens vier Sorten Weihnachtsplätzchen gemeinsam mit meiner Schwägerin backen.

  7. Acht Mal besondere Weihnachtspost von Hand schreiben und verschicken.

  8. Liebevolle Adventskalender für Mann und Sohn gestalten.

  9. Eine Winterwanderung unternehmen mit anschließendem Grillen.

  10. Mindestens zwei Bücher lesen.⏳ Eins bereits geschafft!

  11. Weihnachten und Silvester mit lieben Menschen verbringen.

Was ich im 4. Quartal lernen, vertiefen oder ausprobieren möchte:

  1. Mindestens vier Reels für Instagram erstellen.

  2. Zwei Meditationen in bester Tonqualität aufnehmen.

  3. Mein Wissen mit meiner Co.-Working-Gemeinschaft einmal wöchentlich teilen.
    ⏳ Konsequent dran!
  4. Ein Erzählcafé konzipieren.

  5. Video-Schnitt lernen (drei Tage).
  6. Ein Kdp-Autorenkonto erstellen und mich in die Thematik einfuchsen.

  7. An fünf Tagen die Woche 30 Minuten spazieren gehen – egal bei welchem Wetter.
  8. Einen Wasser-Trink-Tracker nutzen und täglich zwei Liter Wasser trinken.

So endet meine Liste und öffnet zugleich ein neues Kapitel in meinem Leben. Jedes „Ich will“ ist wie ein beherzter Satzanfang, der Richtung, Klarheit und Aufbruchstimmung in sich trägt.

Hast du Lust, deine eigenen „Wants“ zu entdecken?
Dann lass deine Gedanken spazieren gehen und schreibe auf, was sich in dir zu Wort meldet. Was möchtest du erleben, fühlen, ausprobieren, bevor das Jahr zu Ende geht?

Du wirst staunen, was längst da ist: Freude, Neugier und Sehnsucht.
Genau daraus entstehen die schönsten Geschichten. Und zwar die, die du wirklich leben willst.

Rückblick September 2025: Zeitreise

Ich lasse meinen September 2025 Revue passieren und stelle erstaunt fest: Wow, ich war eine echte Zeitreisende. Dieser Monat führte mich nämlich in die Jahre 1643, 1996, 2002, ins Hier und Jetzt und schließlich sogar in die Zukunft – ins anklopfende Jahr 2026.
Aber starten wir der Reihe nach.  

Inhalt dieses Blogartikels:

Raus in die Natur - rein ins Jahr 1643

Ich liebe meine Heimat und die nähere Umgebung sehr. Dazu zählt auch der Bodensee mit seinen zahllosen schönen Orten, Inseln, Ecken und Winkeln, an denen ich mich gar nicht sattsehen kann. Fakt ist: Ein Tages-Ausflug an den See fühlt sich für mich immer an, wie eine Woche Urlaub. Mindestens.

 

Kennst du das auch, wenn dir plötzlich dein Gewissen ins Gewissen redet: Los, du musst mehr raus, dich mehr bewegen und dieses wunderschöne Spätsommerwetter, das musst du doch nutzen! Meines sagte mir also seit Tagen, dass ich viel zu viel Zeit an meinem Laptop und mit Notizbüchern verbringe – Sonnenschein hin oder her. Das veranlasste mich unter anderem dazu, mal etwas völlig Neues auszuprobieren. Ich buchte ein Outdoor-Escape-Spiel bei berggeheimnis.com .

 

Das Fazit vorweg: Wenn auch du ein außergewöhnliches Team- oder Familienerlebnis aus Spiel und Spaß mitten in der Natur, abseits von üblichen Touristenspots suchst, dann seien dir die verschiedenen Abenteuertouren in Süddeutschland von Berggeheimnis absolut empfohlen. Völlig technikfrei. Keine Apps, keine Tracker, kein Gedöns. Einzig ein Rucksack, pickepacke-vollgestopft mit Kisten und Kästchen, Karten und Säckchen; alles mit Zahlen- und Buchstabenschlössern gesichert. Alles nachhaltig. Alles beeindruckend durchdacht.

 

Jetzt standen wir also mitten auf dem Überlinger Münsterplatz. Wir befanden uns plötzlich im Jahr 1643, es wütete der Bodenseekrieg und die Franzosen standen bereits vor den Stadttoren. Der 15-jährige Bursche Konradin wollte so viele wehrlose Bürger wie möglich retten und sicher aus der Stadt schleusen. Unsere Aufgabe war es nun durch Knobeln, Tüfteln und Kombinieren einen Fluchtweg zu finden und Konradin bei seiner Mission zu unterstützen. Die Zeit saß uns im Nacken. Von uns hing es ab, ob die Überlinger gerettet werden oder nicht. Punkt 18 Uhr hatten wir den Rucksack wieder abzugeben. Ob wir es geschafft haben, verrät die Kirchturm-Uhr unten auf dem Bild. 😉  

 

Packendes Storytelling, liebevoll bis ins Detail ausgeführte Spielmaterialien und ein gelungener Mix aus Kombinations- und Rätselspaß auf einer atemberaubenden Tour durch Gräben, zu Aussichtspunkten und Türmen, durch die Stadt und mystische Wäldchen – mehr Überlingen an einem Tag geht wirklich nicht.

Epilog: Mein Lyrikherz schlug höher, als wir überraschenderweise auf der Uhlandhöhe landeten und die nachfolgenden Zeilen des Tübinger Dichters Ludwig Uhland (1787 – 1862) lasen:

 

„Die Welt wird schöner mit jedem Tag,

man weiß nicht, was noch werden mag.

Es blüht das fernste, tiefe Tal:

Nun, armes Herz, vergiss die Qual!

Nun muss sich alles, alles wenden.“

(aus „Frühlingsglaube“ von 1812, das er in Überlingen dichtete.)

Zack, fühlt es sich nach 1996 an

Ein roter Renault 5, eine flugs gepackte Tasche und ein aufgeregter, werdender Vater: So fuhren wir los in die Klinik und es dröhnte Wolfgang Petry im Radio.

 

Ich war so aufgeregt, dich kennenzulernen. Und ängstlich.

 

Ich kann diesen Moment der Klinikankunft genauso durchleben, riechen, fühlen, in jeder Zelle spüren, wie den allerersten Augenblick, knapp 72 Stunden später: Du bist endlich da. Mein Sohn. Mein Lebensglück. Als sei es gestern gewesen. Obwohl es das Jahr 1996 war.     

 

Unzählige Begebenheiten, Einschnitte, Lebensabschnitte, Abenteuer, Wagnisse, Meilensteine und Erfahrungen durften wir bislang gemeinsam erleben. Wir sind so stolz auf dich.   

 

Heute weiß ich, dass ich durch dich viel mehr für mein Leben lerne, als ich dir je für deinen Lebensweg mitgeben könnte.

 

Danke für 29 bezaubernde, großartige, wundervolle Jahre. Danke, dass wir reden, schreiben, diskutieren, lachen, weinen, uns ohne Worte verstehen, trösten und vertrauen können.

Es ist kaum in Worte zu fassen, einmal im Jahr dieses Gefühl, ganz besonders intensiv fühlen zu dürfen, als sei es nochmal 1996. Der beste Grund zum Feiern? Du!

Alte Freundschaft - neuer Anstrich?

Wie oben geschrieben haben wir diesen September den 29. Geburtstag unseres Sohnes gefeiert. Buchstäblich ver-rückt, dass ich wenige Tage zuvor, nach beinahe zwei Jahrzehnten, meine einstige Kollegin und Freundin, Stefanie Saur, online wiedertraf. Was für eine unbeschreibliche Freude!

 

Meine Zeitreise führte mich jetzt schlagartig zurück ins Jahr 2002: Aus diesem Jahr stammt nämlich das Bild, dass Steffi mir geschickt hat. Wir beide übernahmen damals die Redaktion einer Wochenzeitung in meiner Heimatstadt. Es war der Auftakt einer wunderbaren Zusammenarbeit. Übrigens: Ich war damals auf dem Foto 29 Jahre alt – so jung, wie mein Sohn eben heute ist.

 

Steffi hat irgendwann den Schwarzwald verlassen, um wieder in ihre Heimatstadt Kassel zurückzukehren. Mehr als 500 Kilometer Entfernung, das Leben und weitere Gründe gab es, dass wir uns komplett aus den Augen verloren hatten.

 

Es folgte vergangene Woche ein laaaaaaanges Telefonat und die Erkenntnis, dass es sich anfühlt, als sei die Zeit zwischen uns stillgestanden und als hätten wir uns gerade neulich erst ausgetauscht. Die Gemeinsamkeiten sind geblieben. Beruflich haben wir ähnliches erlebt und unsere gemeinsame Leidenschaft fürs Schreiben verbindet natürlich sowieso.

 

Schaut doch mal bei steffis-storytelling vorbei. Hier findet ihr spannenden Lesestoff und eine Top-Expertin für euer Unternehmens-Marketing.

 

Damals hatten wir uns auf die Fahnen geschrieben: „Wir sorgen für den neuen Anstrich!“ Vielleicht gilt dieses Motto auch 23 Jahre später für unsere Freundschaft. Mich hat diese Zeitreise sehr bewegt und deshalb gibt es hier demnächst einen neuen Blogartikel zum Thema „Freundschaft“ zu lesen. .

Ausblick auf Oktober 2025

  • Vorfreude auf MEINE Jahreszeit, auch Winterzeit genannt 🙂 (ab dem 26.Oktober)
  • Teilnahme am Blogtoberfest von Judith Peters
  • YEAHH: Mein Mann und ich feiern beide Geburtstag
  • Mein Leporello-Workshop geht weiter am 9. und 23. Oktober
  • Ich freue mich sehr auf und über einen neuen Auftrag: Mehr wird noch nicht verraten
  • Zwei spannende Kooperationen stehen an – Vorfreude aufs kreative Zusammenarbeiten
  • Abschluss der Planung meines Nordsee-Schreibretreats auf Nordstrand im Mai 2026 – ihr dürft euch freuen, das wird großartig!

Fun Facts: Was nicht in meinem Lebenslauf steht

Ich mag’s persönlich, oder besser, biografisch und deshalb avanciert meine Fun Facts-Liste schon beinahe zur eigenständigen Autobiografie. Der Begriff „Fun Facts“ stammt übrigens aus den 70er Jahren, so wie ich. Die Firma Wrigleys hat’s erfunden. Sie warb in Zeitungsanzeigen mit lustigen, seriösen und wahrhaftigen Fakten rund um das beliebte Kaugummi und dessen Herstellung. Das war jetzt also schon der erste Fun Fact. Ja, ich recherchiere berufsbedingt und aus Lust am Wissen für mein Leben gern.

 

  1. Ich liebe Bäume. Ich liebe Wälder. Ich bin im Schwarzwald geboren – noch Fragen?

  2. Ich habe jahrelang „Die Schwarzwald-Klinik“ im Fernsehen angeschaut, weil ich während dieser Zeit in Nordhessen lebte und so furchtbares Heimweh hatte.

  3. Nur ein Jahr nach meiner Rückkehr in meine Heimat (1995) durfte ich „Professor Brinkmann“ (Klausjürgen Wussow) persönlich kennenlernen und für die Presse interviewen. Danach habe ich aus lauter Nostalgie nochmal alle 70 Folgen der Schwarzwald-Klinik durchgesuchtelt …

  4. Auf einem Charity-Golfturnier habe ich wenige Jahre später dann auch noch „Dr. Udo Brinkmann“ alias Sascha Hehn zum Interview getroffen – auch schön, aber hach, ich wollte doch immer so gerne „Pfleger Mischa“ oder „Oberschwester Hildegard“ treffen.

  5. Mein feinstes Glas Rotwein durfte ich mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker anlässlich der sogenannten Stallwächterparty der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin genießen – ein so beeindruckender Feingeist. Unvergesslich.

  6. Mein Spitzname war lange Zeit „Motte“ aufgrund meines Geburtsnamens. Den verrate ich übrigens nur in meinen Schreibkursen und wenn’s amtlich zugeht. Dabei wünschte ich mir statt eines Spitznamens doch immer einen zweiten Vornamen. Ich denke darüber nach, eines Tages ein Buch unter Pseudonym zu veröffentlichen und mir den Namenswunsch auf diesem Weg einfach selbst zu erfüllen. Oder will mich hier jemand adoptieren?

  7. Adoptiert wurde ich nie, obwohl ich als Pflegekind aufgewachsen bin und als Halbwaise, obwohl die leiblichen Eltern damals noch lebten. Alles zweifach gemoppelt und doppelt schwierig nachzuvollziehen.

  8. Doppelt doof fand ich übrigens die zweimanualige Orgel, die ich nach meinem geliebten Bontempi-Keybord Anfang der 80er Jahre bekam. Ich wollte doch ein Klavier!

  9. Ich kaufte in den Nuller-Jahren ein 140 Jahre altes Klavier bei einem Antiquitätenhändler. Es war schwarz, hatte geschnitzte Löwenfüße und Kerzenlüster und Griffe aus echtem Silber. Meine Tastenspielkunst war dann jedoch eher in die Kategorie „was für ein Blech“ einzuordnen.


  10. Ich habe bei einer Tageszeitung die Bilder zu meinen Artikeln noch selbst in der Dunkelkammer entwickelt. Same procedure as every day: Bangen, beten, hoffen. Yes, druckreif! Puuh! Andruck.

  11. Meine ersten Presseartikel habe ich auf einer knallroten Herkules-Schreibmaschine geschrieben mit jeder Menge Kohledurchschlagpapier und noch mehr flüssigem Tipp-Ex. Wenn ich die Augen schließe, dann kann ich das Klackern der Drucktypen und das „Ping“ der Glocke am Zeilenende hören – ich lieb’s.

  12. Erinnerungskultur ist seit je her mein Herzensanliegen. Schon als Zwölfjährige klebte ich „Gegen-Nazis-Spuckis“ (rote Zettel, die man rückseitig mit Spucke befeuchten musste, damit sie klebten) an Laternenmasten und öffentliche Mülleimer.

  13. Mein berufliches Ziel: 100 + von mir begleitete Biografien sollen in den kommenden Jahren das Licht der Bücherwelt erblicken. Ist deine auch dabei?

  14. Sterneküche ist einfach nichts für mich, trotz allem Respekt vor dem Können und der Leidenschaft der Stars. In JEDEM dieser Gerichte steckt immer mindestens eine Zutat, die ich einfach nicht essen kann. Ich bin wirklich schnaikig. Genäschig, schleckig, leckermäulig, wählerisch – wie sagst du dazu? Kommentiere gern unter dem Beitrag.

  15. Ich verschmähe Bärendreck (Lakritze), Graupen, Kapern und Meereskrabbelgetier. Und Knoblauch. Und Auberginen. Und Artischocken. Und Käse – außer Frischkäse, der mehr nach Joghurt schmeckt, ja, Frischkäse geht … und überbackener Käse geht auch.

  16. Ich bin übrigens von hohem Adel mit Urkunde belegt: „Himmlische Ballonmaid von und zu der hohen Lüfte …“
    Ich liebe das Ballonfahren und die absolute Stille da oben, wo der Himmel zum Greifen nah scheint. Dabei wollte ich allen Ernstes meine erste Reportage übers Ballonfahren vom Boden aus machen, vor lauter Angst, wir könnten abstürzen … wie gut, dass meine Argumente nicht ausreichten und ich mitfahren musste.

  17. Ich habe während meiner Schulzeit das „Gretchen“ aus Goethes Faust auf der Theaterbühne gespielt. In diese Rolle hatte ich mich derart reingesteigert, dass ich knapp zwanzig Minuten am Stück herzzerreißend schluchzen und weinen musste. Ich konnte mich erst beruhigen, als ich die Rosen zu meinen Füßen und Standing Ovation des geneigten Publikums wahrnahm. Also Schauspielerei wäre kein Beruf für mich gewesen – viel zu anstrengend!

  18. Da stehe ich einen halben Tag lang in der Küche und mache mir eine wahnsinnige Arbeit: Ich knete, forme und fülle die ersten selbstgemachten Cannelloni meines Lebens. Endlich fertig, setzen sie ein, die Wehen. Und zwar so stark, dass es Zeit für die Klinik wird. Basta – nix mit lecker Pasta! Das war 1996. Bis heute gab es noch NIE selbstgemachte Cannelloni im Hause Peters.

  19. Ich habe im verflixten siebten Ehejahr meinen Ehering verloren. Wir haben neue machen lassen. Gut 15 Jahre später habe ich den ersten Ring in der Waschküche beim Austausch der ausgedienten Waschmaschine wiedergefunden. Tja, doppelt hält besser und jetzt schon fast drei Jahrzehnte.

  20. Shoppen gehen ist nichts für mich, es sei denn ein Bummel im Baumarkt steht an. Ich habe in der Schule so lange den Textil- und Handarbeitsunterricht für Mädchen verweigert, bis ich ins Handwerken zu den Jungs durfte. Den ersten selbstgemachten Holzwürfel habe ich natürlich noch. Ich kann zwar heute nicht häkeln, dafür bohre, hämmere, schleife, feile und streiche ich – ganz nach meinem Geschmack.

  21. Ich besuche bei jedem Städtetrip den schönsten Friedhof vor Ort – manchmal auch mehrfach. Skurrilste Grabinschrift: „Glotz nicht so blöd, ich läge jetzt auch lieber am Strand!“

  22. Ich übrigens nicht, denn Strandtage langweilen mich fast zu Tode. Es sei denn, es ist ein schwarzer Strand auf meiner Lieblingsinsel Lanzarote …

  23. Nachdem ich den Friedhof einer fremden Stadt besucht habe, geht’s meistens weiter zum höchsten Aussichtspunkt, um in luftiger Höhe meinen Blick über das große Ganze schweifen zu lassen.

  24. Ich habe schon mal Ravensburg mit Regensburg verwechselt.
    Mein Wohnort – Ravensburg = Distanz: 117 Kilometer // Mein Wohnort – Regensburg = Distanz: 403 Kilometer
    Wir fuhren bei Glatteis, Schneesturm und Nebel insgesamt zehn Stunden, nur um ein Konzert von Reinhard Mey in einer Uni (!) anzuhören. Er spielte knapp vier Stunden, wurde nicht müde und unsere Popöchen schmerzten bereits nach der langen Fahrt. Auf den bockelharten Holzklappstühlen des Hörsaales sitzend, waren wir erstmals froh, als ein Konzert endlich beendet war.  

  25. Als Jugendliche las ich alles von Stephen King, heute gruselt‘s mich. Dafür empfehle ich allen Schreibenden von Herzen „Das Leben und das Schreiben“ – sein persönlichstes Buch. Na klar, passend zu meinem Fachgebiet, ist dieses Buch eine Autobiografie.

  26. Ich kaufe übrigens noch fast alle Bücher in Papierformat und am liebsten Hardcover und ja, ich schleppe die auch mit in den Urlaub. Hier könnt ihr euch jetzt das Augenrollen meines wundervoll-nachsichtigen Mannes vorstellen.

  27. Ich liebe Papier, Blöcke, Notizbücher, Journals, Hefte und am liebsten alles immer „dotted“ und aus besonders glattem, hochwertigen Papier gefertigt, das den Stift und die Gedanken wie von Zauberhand gleiten lässt. Wie gut dass diese „Geschöpften“ gesellig sind und vorzugsweise in Rudeln bei mir Zuhause leben.

  28. Ich bin nicht abergläubisch, aber in ein Haus mit der Nummer VIER oder Quersumme VIER ziehe ich nie wieder! Ist klar, oder?

  29. Ich habe während meiner Abi-Zeit in einer Kneipe namens „Grande liberté“ gejobbt, um mir meinen Führerschein zu finanzieren. 1992 hielt ich die „große Freiheit“ als rosafarbiges Dokument in meinen Händen. Danke an Aribert, den weltbesten Fahrschullehrer!

  30. Meine fünf wichtigsten Werte: Selbstermächtigung, Vertrauen, Freude, Verbundenheit und Kreativität.

  31. Als ich Kind war, fuhren meine Pflegeeltern einen manilagrünen Jetta. Sie sagten aber nicht „Dschetta“, sondern „Jetta“ (so wie’s eben geschrieben wird). Folglich hießen unsere beiden Zebrafinken „Johnny“ und „Jenny“ und nicht „Dschohnny“ und „Dschenny“, was mich ganz kirre machte und die Vögelchen sicher auch.

  32. Als Jugendliche lebte ich mal wenige Meter von einem Freibad entfernt. Was lag also näher, als immer wieder nachts mit Freunden über den Zaun zu steigen und bei Vollmond möglichst leise schöne Bahnen zu ziehen.

  33. Ich liebe den atlantischen Ozean. Nirgendwo sonst hat das Wasser für mich eine anziehendere Farbe und eine kraftvollere Brandung, um in den eigenen Gedanken zu versinken.

  34. Wenn es mir irgendwo richtig gut gefällt, dann lasse ich meist eine der touristischen Hauptsehenswürdigkeiten aus, nur um einen dringenden Grund zu haben, wiederzukommen.
    In Salzburg beispielsweise die Festung Hohensalzburg. Während ich den Peters-Friedhof inzwischen schon mehrfach besuchte, war ich auf der Festung noch immer nicht.
    Aber das nächste Mal, ganz bestimmt. Vielleicht!

  35. Als Kind verbrachte ich ein paar Mal meine Sommerferien im Kreis Zossen in der ehemaligen DDR bei einer Bekannten meiner Pflegemutter. Dort traf ich Doreen, ein tolles Mädchen, mit dem ich immer Klamotten tauschte und spielte. Was sie wohl heute macht? Auf der Rückfahrt hatte ich am Grenzübergang immer große Angst, dass wir nicht wieder in den Westen zurück durften und machte im Auto keinen Mucks.

  36. Zur Zeit des Mauerfalls 1989 lebte ich im Zonenrandgebiet – einer kleinen Stadt im Westen. Am nächsten Morgen waren alle Straßen gesäumt von aberhunderten Trabbis und Wartburgs. Ich klemmte tagelang handgeschriebene Zettel mit der Aufschrift „Herzlich willkommen“ an die Windschutzscheiben.

  37. Ich war derart überwältigt von den Emotionen der Menschen aus der ehemaligen DDR, dass ich immer wieder vor Freude mitweinen musste. So auch im Supermarkt. Ein Mann kam auf mich zu, herzte mich und schenkte mir eine Banane. Er dachte, ich sei auch von „drüben“. Was für eine historische, unvergessliche und überwältigende Zeit!

  38. Bananen sind nicht gerade mein favorisiertes Obst. Ich liebe Erdbeeren zur Erdbeerzeit. Aber nicht in Kombination mit Spargel. Den kann ich weder riechen noch essen. Aber grüner Wackelpudding mit Kondensmilch bleibt aus purer Kindheits-Nostalgie mein Lieblingsdessert.

  39. Ich bin als Kind und Jugendliche für mein Leben gerne und viele Jahre lang Rollschuhe gefahren. Und Schlittschuhlaufen war meine Lieblingsfreizeitbeschäftigung im Winter. Inline-Skates testete ich mit Ende 30 und stehe noch immer auf Kriegsfuß mit den Dingern – die Rollen sind einfach falsch angeordnet.

  40. Ich liebe (fast) alles, was typisch britisch ist: Tea and Scones with Clotted Cream, Paisley-Muster, Orangenmarmelade, den britischen Humor, Inspektor Barnaby, Lewis, Cornwall, Mr. Bean, Paddington … und war noch nie in Großbritannien. Vielleicht habe ich ein bisschen Angst, dass sich die Realität nicht mit meiner Vorstellung deckt?

  41. Ich liebe Bahnfahren – je weiter, desto besser. Ich bin als Jugendliche mit der Bahn in die Schule gefahren. Zuletzt nach Wien. Ich mag das bunte Bahnhofstreiben und Wartezeiten, die mir immer neue Textinspirationen schenken. Sogar die Bahnhofsdurchsagen kann man – anders als vor 35 Jahren – inzwischen gut verstehen.

  42. Ich drucke sämtliche Reiseunterlagen, Eintrittskarten etc. „vorsichtshalber“ nochmal auf Papier aus, obwohl alles ordnungsgemäß im Mobiltelefon gespeichert ist – man kann ja nie wissen …

  43. Ich bin ein Kulturmensch durch und durch: Theater, Kleinkunst, Konzerte, Lesungen, Poetry Slams, Ausstellungen, Festspiele, Musicals, Museums- und Galeriebesuche, Filmvorführungen, Bibliotheken etc. und ein Faible für Tischkultur habe ich auch.

  44. In einem Schifffahrtsmuseum in Amsterdam langweilten mich die großformatigen „Seeschlachten“ zum Schluss und ich wollte unseren Sechsjährigen mit der Aussicht auf ein großes Eis zum Verlassen des Museums locken. Doch er war auf den Weltmeeren unterwegs und regelrecht in die Malerei von Willem van Velde versunken. Nach meiner dritten, drängelnden Aufforderung (eine halbe Stunde später) konterte er genervt: „Nie kann man mit euch in Ruhe ein paar Bilder anschauen!“ Später wählte unser Sohn Kunst als Abi-Hauptfach. Noch später entschloss er sich zu einer völlig kunstfreien, beruflichen Karriere.

  45. Meine Lieblingsblumen sind Ranunkeln, Gänseblümchen und Vergissmeinnicht. Meine Lieblingsbäume sind der Eukalyptus, die Trauerweide, die Feige, die Tanne und der Gingko.

  46. Puppen fand ich immer blöd (und in Filmen heute noch unheimlich). Ich schleppte meinen Teddybär überall mit hin. Er lag in der Puppentrage und im Puppenwagen, guckte aus jedem Rucksack und jeder Reisetasche raus und unter jeder Bettdecke hervor. Heute führt er ein bärenstarkes Deko-Teddy-Leben, gleich neben dem schwarzen Telefon mit Wählscheibe von anno dazumal.

  47. Ich habe 138 Sommersprossen im Gesicht, na ja, vielleicht auch ein paar mehr oder weniger. Erst im Laufe meiner Lebensjahrzehnte habe ich mich mit den fröhlich-frechen Pünktchen angefreundet. Anders mein Mann, der war sofort verschossen in meine Sommersprossen.
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